Erkrankungsseiten für Ärzteseiten und Praxen erstellen. Krankheitsbilder verständlich und fachlich erklären
Wer nach einer Erkrankung googelt, sucht häufig nicht sofort nach einer bestimmten Behandlung. Viele Menschen möchten zunächst verstehen, was hinter einem Begriff steckt, welche Beschwerden damit verbunden sein können und wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist.
Genau hier hat eine gute Erkrankungsseite auf einer Arztwebsite ihre Aufgabe.
Sie erklärt ein Krankheitsbild verständlich, ordnet medizinische Informationen ein und bietet dem Leser Orientierung. Gleichzeitig muss sie verantwortungsvoll mit einem entscheidenden Punkt umgehen: Eine Website kennt weder die individuelle Krankengeschichte noch die Untersuchungsergebnisse eines Menschen.
Deshalb sollte eine Erkrankungsseite informieren, aber keine persönliche Diagnose vorwegnehmen.
Was ist eine Erkrankungsseite?
Eine Erkrankungsseite ist eine Informationsseite zu einem bestimmten Krankheitsbild.
Das kann beispielsweise eine Augenerkrankung, Hauterkrankung, orthopädische Erkrankung oder ein anderes medizinisches Thema sein.
Im Mittelpunkt steht zunächst die Erkrankung selbst.
Eine gute Seite beantwortet beispielsweise:
Was ist die Erkrankung?
Welche Beschwerden können auftreten?
Welche Ursachen oder Risikofaktoren sind bekannt?
Wie wird sie ärztlich untersucht beziehungsweise diagnostiziert?
Welche Behandlungsmöglichkeiten kommen grundsätzlich infrage?
Wie kann sich die Erkrankung entwickeln?
Wann sollte medizinischer Rat eingeholt werden?
Damit unterscheidet sich eine Erkrankungsseite deutlich von einer reinen Leistungsbeschreibung einer Praxis.
Erkrankungsseite und Behandlungsseite sind nicht dasselbe
Diese Unterscheidung ist für Patienten und für die Seitenstruktur wichtig.
Nehmen wir als Beispiel den Grauen Star.
Eine Erkrankungsseite zum Grauen Star erklärt zunächst, was eine Katarakt ist, welche Veränderungen dabei am Auge stattfinden, welche Beschwerden auftreten können und wie die Diagnose gestellt wird.
Eine Behandlungsseite zur Kataraktoperation beschäftigt sich dagegen wesentlich konkreter mit dem Eingriff.
Dort interessieren Fragen wie:
Wie läuft die Operation ab? Welche Untersuchungen sind vorher notwendig? Welche Linsen kommen infrage? Was ist nach dem Eingriff zu beachten?
Beide Seiten behandeln dasselbe medizinische Themengebiet, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.
Genau diese unterschiedliche Suchintention sollte sich in den Inhalten widerspiegeln.
Die Suchintention einer Erkrankungsseite verstehen
Wer beispielsweise nach „Grüner Star Symptome“ sucht, befindet sich wahrscheinlich in einer anderen Situation als jemand, der nach „Glaukom Behandlung Augenarzt München“ sucht.
Die erste Suchanfrage ist überwiegend informationsorientiert.
Der Nutzer möchte etwas verstehen.
Eine Erkrankungsseite sollte deshalb nicht sofort versuchen, aus jedem Besucher einen Termin zu machen. Zunächst muss sie die Frage beantworten, wegen der dieser Mensch überhaupt auf die Website gekommen ist.
Erst anschließend können weiterführende Untersuchungen, Behandlungsmöglichkeiten oder Ansprechpartner sinnvoll verlinkt werden.
Information kommt vor Conversion.
Gerade bei medizinischen Suchanfragen halte ich diese Reihenfolge für wichtig.
Die Erkrankung zuerst verständlich erklären
Der Einstieg sollte nicht mit einer komplizierten medizinischen Definition beginnen, wenn diese für einen Patienten kaum verständlich ist.
Besser ist eine kurze Erklärung:
Was passiert bei dieser Erkrankung?
Welches Organ oder welcher Bereich des Körpers ist betroffen?
Was bedeutet die medizinische Bezeichnung?
Anschließend kann die Erklärung fachlich vertieft werden.
Fachbegriffe sind dabei keineswegs verboten.
Im Gegenteil: Sie können wichtig sein, weil Patienten diese Begriffe möglicherweise bereits in einem Arztbrief oder Befund gelesen haben.
Entscheidend ist, dass sie erklärt werden.
Aus einem Fachbegriff sollte keine sprachliche Hürde werden.
Symptome sorgfältig beschreiben
Die Symptome einer Erkrankung gehören häufig zu den meistgesuchten Informationen.
Gerade deshalb ist dieser Abschnitt sensibel.
Eine Liste von Beschwerden darf nicht den Eindruck vermitteln:
„Wenn Sie drei dieser Symptome haben, leiden Sie an dieser Erkrankung.“
Viele Beschwerden können unterschiedliche Ursachen haben.
Deshalb sollte eine medizinische Website Symptome beschreiben und gleichzeitig deutlich machen, dass ihre Einordnung von der individuellen Situation abhängt.
Auch der Krankheitsverlauf kann eine Rolle spielen.
Treten Beschwerden plötzlich auf oder entwickeln sie sich langsam?
Sind frühe Stadien möglicherweise symptomarm?
Welche Veränderungen werden häufig wahrgenommen?
Solche Informationen können einem Patienten helfen, das Krankheitsbild besser zu verstehen, ohne ihm eine Ferndiagnose zu geben.
Nicht jedes Symptom eignet sich für eine Checkliste
Checklisten wirken übersichtlich und werden gerne verwendet.
Bei medizinischen Themen können sie jedoch eine Sicherheit suggerieren, die tatsächlich nicht besteht.
Ein Symptom kann für eine Erkrankung typisch sein und trotzdem zahlreiche andere Ursachen besitzen.
Deshalb sollte der Zusammenhang erklärt werden.
Nicht nur:
„Symptom: verschwommenes Sehen.“
Sondern beispielsweise, in welchem Zusammenhang eine bestimmte Sehbeeinträchtigung bei der beschriebenen Erkrankung auftreten kann.
Dadurch erhält der Leser wesentlich mehr als eine Sammlung von Stichwörtern.
Ursachen und Risikofaktoren voneinander unterscheiden
Auch hier lohnt sich sprachliche Genauigkeit.
Eine Ursache ist nicht dasselbe wie ein Risikofaktor.
Ein bestimmtes Merkmal kann die Wahrscheinlichkeit für eine Erkrankung erhöhen, ohne die Erkrankung zwangsläufig auszulösen.
Auf einer guten medizinischen Erkrankungsseite sollten solche Unterschiede verständlich erklärt werden.
Je nach Krankheitsbild können beispielsweise Alter, genetische Faktoren, Vorerkrankungen, Medikamente, Umwelteinflüsse oder andere Faktoren relevant sein.
Welche davon tatsächlich genannt werden sollten, hängt vollständig vom jeweiligen medizinischen Thema ab.
Eine vorgefertigte SEO-Schablone ist dafür ungeeignet.
Diagnostik: Wie wird die Erkrankung festgestellt?
Nach Symptomen und Ursachen stellt sich für viele Patienten die nächste Frage:
Wie findet ein Arzt heraus, ob diese Erkrankung tatsächlich vorliegt?
Dieser Abschnitt bietet eine gute Möglichkeit, medizinische Information mit dem tatsächlichen Praxisangebot zu verbinden.
Zunächst sollte allgemein erklärt werden, welche Untersuchungen bei dem Krankheitsbild typischerweise eine Rolle spielen können.
Wenn die eigene Praxis entsprechende Diagnostik anbietet, kann anschließend auf eine ausführlichere Untersuchungsseite verlinkt werden.
So entsteht eine natürliche interne Verbindung.
Erkrankung → Diagnostik → gegebenenfalls Behandlung
Das ist für den Patienten logisch und gleichzeitig eine sinnvolle Informationsarchitektur für eine medizinische Website.
Diagnose nicht durch einen Online-Test ersetzen
Online-Selbsttests können bei bestimmten Themen Orientierung geben.
Sie dürfen aber nicht mehr versprechen, als sie leisten können.
Besonders problematisch wäre eine Darstellung nach dem Muster:
„Beantworten Sie fünf Fragen und erfahren Sie, ob Sie diese Erkrankung haben.“
Eine medizinische Diagnose kann je nach Erkrankung eine Anamnese, körperliche Untersuchung, Bildgebung, Laborwerte oder andere diagnostische Verfahren voraussetzen.
Eine Website kann solche Untersuchungen nicht ersetzen.
Wenn ein Test angeboten wird, muss deshalb deutlich werden, welchen Zweck und welche Grenzen er hat.
Behandlungsmöglichkeiten sachlich einordnen
Auch eine Erkrankungsseite darf Behandlungsmöglichkeiten erklären.
Sie sollte allerdings nicht zwangsläufig jede einzelne Therapie bis ins letzte Detail beschreiben.
Dafür kann eine separate Behandlungsseite besser geeignet sein.
Auf der Erkrankungsseite genügt häufig eine verständliche Übersicht:
Welche grundsätzlichen Behandlungswege gibt es?
Wann kann eine Behandlung erforderlich werden?
Welche Faktoren können die Therapieentscheidung beeinflussen?
Gibt es konservative und operative Möglichkeiten?
Anschließend kann ein interner Link zur ausführlichen Behandlungsseite führen.
Dadurch bleiben beide Seiten klar voneinander abgegrenzt.
Möglichkeiten und Grenzen medizinischer Behandlungen nennen
Medizinische Texte sollten nicht nur erklären, was eine Behandlung erreichen kann.
Ebenso wichtig ist, was sie möglicherweise nicht leisten kann.
Das ist besonders relevant, wenn Patienten mit großen Erwartungen nach einer Therapie suchen.
Aussagen wie „garantiert erfolgreich“, „vollständig risikofrei“ oder „für jeden Patienten geeignet“ haben auf einer seriösen medizinischen Erkrankungsseite nichts verloren, wenn sie fachlich nicht haltbar sind.
Eine sachliche Darstellung kann dagegen erklären, dass die Wahl einer Behandlung von individuellen Befunden und weiteren medizinischen Faktoren abhängt.
Damit bleibt die Entscheidung dort, wo sie hingehört: bei der individuellen ärztlichen Beurteilung gemeinsam mit dem Patienten.
Wann sollte man zum Arzt?
Dieser Abschnitt ist bei vielen Erkrankungsseiten sinnvoll, muss aber sorgfältig formuliert werden.
Nicht jede Erkrankung besitzt dieselbe Dringlichkeit.
Bei manchen Beschwerden genügt möglicherweise eine reguläre ärztliche Abklärung. Andere Symptome können eine schnelle medizinische Beurteilung erforderlich machen.
Deshalb sollten entsprechende Hinweise fachlich auf das konkrete Krankheitsbild abgestimmt sein.
Pauschale Formulierungen, die auf jeder Erkrankungsseite identisch wiederholt werden, helfen wenig.
Gerade bei Warnzeichen sollte die medizinische Aussage fachlich geprüft und eindeutig formuliert sein.
Die behandelnden Ärzte sichtbar machen
Wer medizinische Informationen liest, möchte möglicherweise wissen, wer hinter diesen Aussagen steht.
Deshalb sollte eine Erkrankungsseite nicht vollkommen losgelöst von der medizinischen Kompetenz der Praxis erscheinen.
Wenn ein Facharzt den Inhalt erstellt oder geprüft hat, kann dies transparent angegeben werden.
Dazu gehören beispielsweise:
Name des Arztes, Facharztbezeichnung, relevante Schwerpunkte und Link zum Arztprofil.
Wichtig ist die tatsächliche Verantwortlichkeit.
Hat ein Arzt den Artikel fachlich geprüft, sollte genau das dort stehen.
Hat er ihn nicht selbst geschrieben, sollte ihm nicht einfach die Autorenschaft zugeschrieben werden.
Fachliche Prüfung transparent darstellen
Gerade bei Gesundheitsinformationen halte ich einen sichtbaren Hinweis zur fachlichen Prüfung für sinnvoll.
Beispielsweise:
Medizinisch geprüft von:
Dr. Beispiel, Facharzt für …
Zuletzt fachlich geprüft:
Datum
Ein solcher Hinweis ist allerdings nur sinnvoll, wenn die Prüfung tatsächlich stattgefunden hat.
Das Datum sollte ebenfalls nicht automatisch geändert werden, nur damit der Beitrag neuer wirkt.
Transparenz funktioniert nur, wenn die dahinterstehenden Angaben stimmen.
Seriöse medizinische Quellen verwenden
Nicht jede Aussage benötigt eine Fußnote.
Bei zentralen medizinischen Informationen können Quellen jedoch die Nachvollziehbarkeit verbessern.
Je nach Thema kommen beispielsweise medizinische Leitlinien, Fachgesellschaften, wissenschaftliche Publikationen oder offizielle Gesundheitsinstitutionen infrage.
Dabei sollte möglichst die tatsächliche fachliche Quelle verwendet werden.
Eine Erkrankungsseite wird nicht hochwertiger, nur weil am Ende zwanzig Links stehen.
Die Qualität und Relevanz der Quellen ist wichtiger als ihre Anzahl.
Eigene Praxiserfahrung kann den Inhalt verbessern
Eine medizinische Erkrankungsseite muss nicht wie ein Lehrbuch geschrieben sein.
Gerade eine Arztpraxis kann Informationen ergänzen, die aus dem tatsächlichen Praxisalltag entstehen.
Welche Fragen stellen Patienten besonders häufig?
Welche Begriffe führen regelmäßig zu Missverständnissen?
Was sollten Patienten vor einer Untersuchung wissen?
Welche Untersuchungen werden in der eigenen Praxis durchgeführt?
Solche Informationen können einer Seite einen eigenständigen Charakter geben.
Dabei sollte persönliche oder berufliche Erfahrung klar von allgemein gültigen medizinischen Erkenntnissen unterschieden werden.
Erkrankungsseiten nicht von anderen Praxen kopieren
Eine Krankheit verändert sich nicht dadurch, dass eine andere Praxis darüber schreibt.
Deshalb überschneiden sich medizinische Grundlagen zwangsläufig.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Texte kopiert oder nur oberflächlich umgeschrieben werden sollten.
Eine eigenständige Erkrankungsseite entsteht durch die Auswahl, Einordnung und Erklärung der Informationen.
Eigene Strukturen, eigene Patientenfragen, fachliche Erfahrung, passende Beispiele und die konkrete Verbindung zum Praxisangebot schaffen einen individuellen Inhalt.
Duplicate Content vermeidet man nicht durch Synonyme, sondern durch einen eigenen Informationswert.
Vorsicht vor künstlicher Einzigartigkeit
Bei medizinischen Texten ist Genauigkeit wichtiger als sprachliche Originalität um jeden Preis.
Wenn ein etablierter Fachbegriff korrekt ist, sollte er nicht durch eine ungenaue Umschreibung ersetzt werden, nur damit der Text anders klingt.
Auch medizinische Fakten müssen nicht künstlich verändert dargestellt werden.
Eigenständigkeit entsteht auf einer anderen Ebene:
Welche Fragen beantwortet die Seite?
Wie verständlich werden Zusammenhänge erklärt?
Welche Informationen stammen aus der eigenen Praxis?
Wie werden Quellen eingeordnet?
Welche weiterführenden Informationen werden angeboten?
Dadurch entsteht eine eigene Seite, ohne die medizinische Präzision zu gefährden.
Interne Links sollten dem Patienten folgen
Eine Erkrankungsseite bietet zahlreiche Möglichkeiten zur internen Verlinkung.
Diese Links sollten allerdings nicht nach dem Prinzip gesetzt werden:
„Wo kann ich noch ein Keyword verlinken?“
Sinnvoller ist die Perspektive des Patienten.
Wer eine Erkrankung verstanden hat, interessiert sich vielleicht als Nächstes für die Diagnostik.
Danach möglicherweise für eine Behandlung.
Anschließend für den zuständigen Arzt oder eine Terminmöglichkeit.
Genau dieser Informationsweg kann durch interne Links unterstützt werden.
So entsteht aus einzelnen Seiten ein zusammenhängendes medizinisches Informationsangebot.
Erkrankungsseite und lokale Suchintention
Nicht jede Erkrankungsseite benötigt zwangsläufig einen Ortsnamen in jeder Überschrift.
Bei allgemeinen Informationssuchen kann das sogar unnatürlich wirken.
Wenn eine Praxis die Erkrankung jedoch tatsächlich diagnostiziert oder behandelt, sollte der lokale Zusammenhang an geeigneter Stelle deutlich werden.
Beispielsweise kann erklärt werden, welche Untersuchungen am jeweiligen Standort angeboten werden oder welcher Facharzt dafür zuständig ist.
Damit entsteht lokale Relevanz aus tatsächlichen Praxisinformationen und nicht durch das wiederholte Einfügen eines Städtenamens.
Strukturierte Daten ersetzen keinen medizinischen Inhalt
Strukturierte Daten können Suchmaschinen zusätzliche Informationen über eine Seite, einen Autor oder eine Organisation liefern.
Sie machen einen schwachen Artikel jedoch nicht fachlich besser.
Zuerst muss der sichtbare Inhalt stimmen.
Autor, fachliche Prüfung, Praxis und andere relevante Angaben sollten für den Leser nachvollziehbar sein.
Erst danach kann eine passende technische Auszeichnung zusätzliche Unterstützung bieten.
Was für Menschen nicht transparent ist, sollte nicht nur im Quellcode glaubwürdig erscheinen.
Aktualität ist bei Erkrankungsseiten besonders wichtig
Eine Erkrankungsseite sollte nach der Veröffentlichung nicht vergessen werden.
Medizinische Erkenntnisse, Leitlinien, diagnostische Verfahren und Behandlungsmöglichkeiten können sich verändern.
Deshalb sollten ältere Inhalte regelmäßig fachlich überprüft werden.
Dabei geht es nicht darum, jedes Jahr einige Wörter auszutauschen.
Geprüft werden sollte unter anderem:
Sind die medizinischen Aussagen weiterhin korrekt?
Sind die Quellen aktuell?
Haben sich Empfehlungen geändert?
Stimmen Angaben zur Diagnostik und Behandlung?
Sind die genannten Ärzte und Praxisinformationen aktuell?
Erst nach einer tatsächlichen Prüfung sollte das Prüfdatum angepasst werden.
Gute Überschriften orientieren sich an Patientenfragen
Eine Erkrankungsseite muss nicht aus zwanzig Überschriften bestehen, die jeweils eine Keyword-Variation enthalten.
Überschriften sollten vor allem Orientierung geben.
Typische Strukturen können sein:
Was ist …?
Welche Symptome können auftreten?
Welche Ursachen und Risikofaktoren gibt es?
Wie wird … diagnostiziert?
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Wie kann sich die Erkrankung entwickeln?
Wann sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen?
Die genaue Struktur hängt jedoch vom Krankheitsbild ab.
Nicht jede Erkrankung lässt sich sinnvoll in dieselbe Vorlage pressen.
Häufige Fehler auf Erkrankungsseiten
Einige Schwächen treten bei medizinischen Websites besonders häufig auf:
- Texte sind für Patienten zu kompliziert geschrieben
- Fachbegriffe werden nicht erklärt
- Symptome wirken wie eine Selbstdiagnose-Checkliste
- Erkrankungs- und Behandlungsseite beantworten dieselbe Suchintention
- Inhalte wurden von anderen Websites übernommen oder nur oberflächlich umgeschrieben
- medizinische Aussagen besitzen keine erkennbare fachliche Verantwortung
- veraltete Inhalte werden nicht überprüft
- Therapieerfolge werden zu sicher dargestellt
- Ortsnamen und Keywords werden unnatürlich wiederholt
- interne Links werden nur für SEO und nicht für den Leser gesetzt
- der Terminbutton steht stärker im Mittelpunkt als die eigentliche Information
Eine gute Erkrankungsseite vermeidet diese Probleme nicht durch SEO-Tricks.
Sie beginnt mit einem besseren Verständnis der Fragen des Patienten.
Wie lang sollte eine Erkrankungsseite sein?
Dafür gibt es keine ideale Wortzahl.
Eine seltene, komplexe Erkrankung benötigt möglicherweise eine ausführlichere Erklärung als ein einfaches Thema.
Der Text sollte so lang sein, wie es notwendig ist, um die relevante Suchintention zuverlässig zu beantworten.
Nicht mehr und nicht weniger.
Eine Seite mit 3.000 Wörtern ist nicht automatisch besser als eine Seite mit 1.500 Wörtern.
Zusätzliche Absätze sind nur dann sinnvoll, wenn sie zusätzliche Fragen beantworten.
Textlänge ist kein Qualitätsersatz.
Erkrankungsseiten für Google oder für Patienten schreiben?
Diese Frage würde ich gar nicht als Gegensatz betrachten.
Google möchte hilfreiche Inhalte für Nutzer verstehen und einordnen können.
Eine Erkrankungsseite sollte deshalb zuerst die Fragen beantworten, mit denen ein Mensch auf die Seite kommt.
SEO sorgt anschließend dafür, dass diese Antworten technisch und strukturell gut zugänglich sind.
Dazu gehören beispielsweise eine eindeutige Seitenüberschrift, verständliche Zwischenüberschriften, interne Links, eine saubere URL, passende Meta-Daten und eine technisch funktionierende Website.
Keywords können dabei helfen, das Thema eindeutig zu beschreiben.
Sie sollten den Text jedoch niemals dominieren.
Eine sinnvolle Struktur für Erkrankungsseiten
Eine hochwertige Erkrankungsseite für eine Arztpraxis kann beispielsweise folgende Bereiche enthalten:
Kurze verständliche Einordnung des Krankheitsbildes
Mögliche Symptome und Beschwerden
Ursachen und Risikofaktoren
Diagnostik und Untersuchungsmöglichkeiten
Möglicher Verlauf
Behandlungsmöglichkeiten
Hinweise zur ärztlichen Abklärung
Weiterführende Untersuchungs- und Behandlungsseiten
Fachlich verantwortlicher Arzt
Quellen und Datum der letzten fachlichen Prüfung
Diese Struktur ist keine starre Vorlage.
Sie sollte immer an die konkrete Erkrankung und die tatsächlichen Bedürfnisse der Patienten angepasst werden.
Fazit: Eine gute Erkrankungsseite gibt Orientierung, keine Ferndiagnose
Eine hochwertige Erkrankungsseite auf einer Arztwebsite verbindet medizinische Fachlichkeit mit verständlicher Sprache.
Sie erklärt ein Krankheitsbild, mögliche Symptome, Ursachen, Risikofaktoren, Diagnostik und gegebenenfalls Behandlungswege, ohne dem Leser eine individuelle Diagnose zu versprechen.
Gleichzeitig sollte er erkennen können, wer für die medizinischen Informationen verantwortlich ist und wann diese zuletzt fachlich geprüft wurden.
Interne Links können anschließend zu passenden Untersuchungen, Behandlungen und Ärzten führen.
Der entscheidende Maßstab bleibt jedoch der Patient.
Eine gute Erkrankungsseite sagt ihm nicht, welche Diagnose er hat. Sie hilft ihm zu verstehen, worüber er mit seinem Arzt sprechen kann.
