Google Updates und Core Updates, was sie für Ärzteseiten bedeuten
Eine Arztwebsite verliert innerhalb weniger Tage sichtbar Positionen bei Google. Einige Behandlungsseiten erhalten weniger Klicks, während andere Seiten nahezu unverändert bleiben.
Schnell entsteht die Vermutung:
„Google hat ein Update durchgeführt und unsere Website abgestraft.“
So einfach ist es meistens nicht.
Google verändert seine Suchsysteme regelmäßig. Neben zahlreichen kleineren Anpassungen gibt es größere Veränderungen, die als Google Core Updates bezeichnet werden.
Solche Updates können dazu führen, dass sich die Sichtbarkeit einzelner Seiten oder ganzer Websites verändert. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass eine betroffene Website gegen Google-Richtlinien verstoßen hat.
Gerade bei medizinischen Websites sollte deshalb nicht hektisch reagiert werden.
Der erste Schritt lautet:
Verstehen, was sich tatsächlich verändert hat.
Was ist ein Google Update?
Google verwendet zahlreiche Systeme und Algorithmen, um Suchergebnisse auszuwählen und anzuordnen.
Diese Systeme werden fortlaufend weiterentwickelt.
Der Begriff Google Update wird im SEO häufig als Sammelbezeichnung für Veränderungen an diesen Systemen verwendet.
Dabei muss zwischen unterschiedlichen Arten von Veränderungen unterschieden werden.
Es gibt kleinere Anpassungen, größere Core Updates und beispielsweise gesonderte Spam Updates.
Nicht jede Veränderung wird öffentlich angekündigt.
Und nicht jede Rankingveränderung entsteht überhaupt durch ein Google Update.
Das ist für die spätere Analyse entscheidend.
Was ist ein Google Core Update?
Ein Google Core Update ist eine umfassendere Änderung an den zentralen Systemen der Google-Suche.
Google führt solche grundlegenden Updates mehrmals im Jahr durch.
Das Ziel besteht vereinfacht darin, hilfreiche und zuverlässige Ergebnisse für Suchende besser einordnen und präsentieren zu können.
Ein Core Update richtet sich dabei nicht gezielt gegen eine bestimmte Arztpraxis, Branche oder einzelne Website.
Vielmehr verändert sich die Bewertung beziehungsweise Gewichtung innerhalb der Suchsysteme.
Dadurch können manche Inhalte an Sichtbarkeit gewinnen und andere verlieren.
Bedeutet ein Rankingverlust eine Google-Abstrafung?
Nein.
Diese Unterscheidung ist besonders wichtig.
Wenn eine Website während eines Core Updates Positionen verliert, bedeutet dies nicht automatisch, dass Google eine Strafe gegen diese Website verhängt hat.
Andere Inhalte können nach einer Neubewertung für bestimmte Suchanfragen als hilfreicher oder passender eingeschätzt werden.
Deshalb sollte ein Rankingverlust nicht unmittelbar mit einer Abstrafung gleichgesetzt werden.
Die bessere Frage lautet:
Warum könnten andere Seiten die Suchintention inzwischen besser erfüllen?
Diese Perspektive führt wesentlich häufiger zu sinnvollen Verbesserungen als die Suche nach einer vermeintlichen Strafe.
Warum können Arztwebsites von Core Updates betroffen sein?
Medizinische Websites veröffentlichen Inhalte zu Themen, bei denen Nutzer besonders zuverlässige Informationen benötigen.
Eine Seite über Symptome, Erkrankungen, Diagnostik oder Behandlungen kann Einfluss darauf haben, wie ein Mensch gesundheitliche Informationen versteht und einordnet.
Deshalb sollte bei solchen Inhalten besonders sorgfältig gearbeitet werden.
Eine hochwertige medizinische Seite sollte beispielsweise erkennen lassen:
Wer ist für den Inhalt verantwortlich?
Wer hat ihn medizinisch geprüft?
Sind wesentliche Aussagen nachvollziehbar?
Ist der Inhalt aktuell?
Werden medizinische Zusammenhänge verständlich erklärt?
Werden Möglichkeiten und Grenzen einer Behandlung sachlich dargestellt?
Ist erkennbar, welche Informationen allgemein sind und wann eine individuelle ärztliche Beurteilung notwendig ist?
Diese Punkte sollten nicht erst nach einem Core Update berücksichtigt werden.
Sie gehören grundsätzlich zu einer verantwortungsvollen medizinischen Website.
Ein Core Update bewertet nicht nur Keywords
Eine verbreitete Fehlannahme lautet:
„Nach dem Update müssen wir mehr Keywords in unsere Texte einbauen.“
Das ist normalerweise keine sinnvolle Reaktion.
Wenn eine Erkrankungsseite beispielsweise für „Grauer Star Symptome“ an Sichtbarkeit verliert, wird sie nicht automatisch besser, indem der Begriff zwanzig weitere Male eingefügt wird.
Viel wichtiger ist die Frage:
Beantwortet die Seite die Suchintention wirklich?
Erklärt sie die Symptome verständlich?
Werden wichtige Zusammenhänge erläutert?
Ist die Information medizinisch korrekt?
Ist die fachliche Verantwortung sichtbar?
Gibt es unnötige Wiederholungen?
Fehlen wichtige Informationen?
Ist die Seite für Patienten tatsächlich hilfreich?
Keyword-Wiederholung ersetzt keine inhaltliche Qualität.
Nicht jede Schwankung ist ein Core Update
Rankings verändern sich ständig.
Eine Seite kann heute eine andere Position besitzen als einige Tage zuvor.
Das kann zahlreiche Gründe haben.
Konkurrenten veröffentlichen neue Inhalte.
Bestehende Seiten werden überarbeitet.
Die Nachfrage nach einem Thema verändert sich.
Google versteht eine Suchintention möglicherweise anders.
Technische Probleme können auftreten.
Saisonale Veränderungen können Klickzahlen beeinflussen.
Deshalb sollte vor jeder Update-Analyse zunächst überprüft werden, ob im betreffenden Zeitraum tatsächlich ein größeres Google Update stattgefunden hat.
Zeitliche Nähe allein beweist jedoch noch keine Ursache.
Während eines Core Updates nicht hektisch reagieren
Ein umfangreiches Google Update kann über mehrere Tage ausgerollt werden.
Während dieser Zeit können sich Suchergebnisse verändern.
Deshalb ist es selten sinnvoll, aufgrund der ersten sichtbaren Bewegung sofort zahlreiche Seiten umzuschreiben.
Wer gleichzeitig mit dem Update große Veränderungen durchführt, erschwert sich sogar die spätere Analyse.
Man weiß anschließend möglicherweise nicht mehr:
Kam die Veränderung durch das Update?
Oder durch die eigenen Änderungen?
Deshalb sollte zunächst beobachtet und dokumentiert werden.
Nach dem Update zuerst Daten sammeln
Nach einem Core Update sollte nicht die Frage gestellt werden:
„Welche SEO-Tricks funktionieren jetzt?“
Sinnvoller ist:
„Was hat sich auf unserer Website konkret verändert?“
Dazu können verschiedene Bereiche untersucht werden:
Welche Seiten haben Klicks verloren?
Welche Seiten haben Impressionen verloren?
Welche Suchanfragen sind betroffen?
Gibt es Seiten, die gleichzeitig gewonnen haben?
Sind bestimmte Themenbereiche stärker betroffen?
Betrifft die Veränderung Erkrankungsseiten, Behandlungsseiten oder Standortseiten?
Ist nur die mobile Suche betroffen?
Wann begann die Veränderung?
Handelt es sich um einen kurzfristigen Ausschlag oder eine länger anhaltende Entwicklung?
Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, sollte über konkrete Maßnahmen gesprochen werden.
Google Search Console zur Update-Analyse nutzen
Für die Analyse eines Google Core Updates ist die Google Search Console besonders hilfreich.
Dort können Zeiträume miteinander verglichen werden.
Beispielsweise lässt sich untersuchen, wie sich Klicks und Impressionen vor und nach einem Update entwickelt haben.
Noch wichtiger ist die Betrachtung einzelner URLs und Suchanfragen.
Eine gesamte Website kann beispielsweise zehn Prozent weniger Klicks erhalten.
Diese Zahl allein erklärt aber wenig.
Vielleicht hat eine einzige sehr starke Ratgeberseite einen großen Teil ihres Traffics verloren, während alle Behandlungsseiten stabil geblieben sind.
Ohne Analyse auf Seitenebene würde daraus möglicherweise eine falsche Schlussfolgerung entstehen.
Gewinner und Verlierer getrennt betrachten
Bei einer Update-Analyse werden häufig nur die Seiten betrachtet, die Sichtbarkeit verloren haben.
Das ist verständlich, aber unvollständig.
Ebenso interessant sind Seiten, die während desselben Zeitraums gewonnen haben.
Warum funktioniert Seite A weiterhin gut?
Warum gewinnt Seite B?
Warum verliert Seite C?
Gibt es Unterschiede bei Inhalt, Aufbau, Suchintention, Aktualität oder fachlicher Tiefe?
Solche Vergleiche innerhalb derselben Website können hilfreicher sein als eine allgemeine Checkliste mit vermeintlichen Rankingfaktoren.
Kleine Rankingverluste richtig einordnen
Nicht jede Positionsveränderung verlangt eine Reaktion.
Wenn eine Seite beispielsweise von Position zwei auf Position vier fällt, kann eine komplette Neuerstellung des Inhalts mehr schaden als nutzen.
Die Seite besitzt weiterhin eine hohe Sichtbarkeit.
Zunächst sollte beobachtet werden, ob die Veränderung bestehen bleibt und ob tatsächlich ein inhaltliches Problem erkennbar ist.
SEO bedeutet nicht, bei jeder Bewegung einzugreifen.
Manchmal besteht die beste Maßnahme darin, einen funktionierenden Inhalt in Ruhe zu lassen.
Starke Rankingverluste genauer untersuchen
Anders sieht es aus, wenn eine wichtige Seite deutlich und dauerhaft an Sichtbarkeit verliert.
Dann sollte eine ausführlichere Prüfung erfolgen.
Bei einer medizinischen Landingpage würde ich unter anderem folgende Bereiche untersuchen:
Suchintention
inhaltliche Vollständigkeit
fachliche Richtigkeit
Verständlichkeit
Aktualität
Autoren- und Prüferangaben
Quellen
interne Verlinkung
technische Erreichbarkeit
Indexierung
Canonical-Situation
mögliche Überschneidungen mit anderen eigenen Seiten
Nutzerführung
mobile Darstellung
Seitenerfahrung
Dabei sollte nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass in jedem Bereich ein Problem vorhanden ist.
Die Analyse soll Ursachen eingrenzen und nicht möglichst viele Änderungen produzieren.
Inhalte nicht nur für ein Core Update umschreiben
Ein häufiger Fehler besteht darin, Texte unmittelbar nach einem Update großflächig umzuschreiben.
Dabei entstehen manchmal sogar schlechtere Inhalte.
Ein fachlich guter Text wird gekürzt, weil angeblich „Google jetzt kürzere Inhalte bevorzugt“.
An anderer Stelle werden zusätzliche FAQs eingefügt, weil angeblich „Google nach dem Update mehr Fragen sehen möchte“.
Oder Texte werden künstlich verlängert, weil eine bestimmte Wortzahl empfohlen wurde.
Solche pauschalen Regeln sind problematisch.
Eine Änderung sollte einen nachvollziehbaren Nutzen haben.
Nicht: Was könnte dem Algorithmus gefallen?
Sondern:
Was fehlt dem Patienten auf dieser Seite tatsächlich?
Medizinische Inhalte objektiv überprüfen
Wer einen Text selbst geschrieben hat, hält ihn häufig für verständlicher und vollständiger, als er für Außenstehende tatsächlich ist.
Deshalb kann eine unabhängige Prüfung wertvoll sein.
Bei einer Erkrankungsseite könnten beispielsweise folgende Fragen gestellt werden:
Versteht ein Patient nach dem Lesen das Krankheitsbild besser?
Werden Fachbegriffe erklärt?
Fehlen wichtige Beschwerden oder Zusammenhänge?
Ist klar, wie die Erkrankung diagnostiziert wird?
Werden Behandlungsmöglichkeiten sachlich eingeordnet?
Ist erkennbar, wer den Inhalt medizinisch verantwortet?
Gibt es unbelegte oder übertriebene Aussagen?
Ist der Text eigenständig oder wirkt er wie eine Zusammenfassung anderer Websites?
Diese Fragen verbessern Inhalte unabhängig davon, ob gerade ein Google Update stattfindet.
Originalität bedeutet mehr als andere Formulierungen
Gerade medizinische Websites behandeln häufig dieselben Themen.
Zehn Augenarztpraxen können beispielsweise jeweils eine Seite über den Grauen Star besitzen.
Die medizinischen Grundlagen ändern sich dadurch nicht.
Eigenständiger Content entsteht deshalb nicht dadurch, jedes Wort durch ein Synonym zu ersetzen.
Wertvoller sind eigene Einordnungen und nachvollziehbare Informationen.
Welche Fragen stellen Patienten in der Praxis?
Welche Untersuchungen werden tatsächlich angeboten?
Welche Missverständnisse treten häufig auf?
Welche Fachärzte sind für das Thema verantwortlich?
Welche Informationen helfen einem Patienten vor einer Untersuchung?
Solche Aspekte können einen medizinischen Inhalt eigenständiger und hilfreicher machen.
E-E-A-T und Core Updates
Im Zusammenhang mit Google Updates fällt häufig der Begriff E-E-A-T.
Die Buchstaben stehen für Experience, Expertise, Authoritativeness und Trustworthiness.
Dabei sollte E-E-A-T nicht wie eine einzelne technische Kennzahl verstanden werden, die sich mit einem Plugin auf 95 Prozent erhöhen lässt.
Für eine medizinische Website ist vielmehr die dahinterstehende Frage interessant:
Warum sollte ein Leser diesen Informationen vertrauen können?
Dazu können nachvollziehbare Autorenangaben, medizinische Qualifikationen, fachliche Prüfungen, seriöse Quellen und transparente Praxisinformationen beitragen.
Vertrauen entsteht durch die gesamte Website und nicht durch ein einzelnes Autorenfeld.
Aktualität bedeutet nicht, das Datum auszutauschen
Nach einem Google Update werden teilweise Veröffentlichungsdaten verändert, ohne den Inhalt tatsächlich zu prüfen.
Das ist keine sinnvolle Content-Aktualisierung.
Gerade medizinische Inhalte sollten dann aktualisiert werden, wenn sich Informationen, Empfehlungen, Verfahren oder andere relevante Sachverhalte verändert haben.
Eine tatsächliche Überprüfung kann beispielsweise beinhalten:
Sind die medizinischen Aussagen weiterhin korrekt?
Sind verwendete Quellen aktuell?
Haben sich diagnostische Verfahren verändert?
Sind Behandlungsinformationen noch zutreffend?
Stimmen Arzt- und Praxisangaben?
Erst anschließend sollte ein entsprechendes Prüf- oder Aktualisierungsdatum angepasst werden.
Inhalte nicht vorschnell löschen
Wenn mehrere Seiten nach einem Core Update Sichtbarkeit verlieren, entsteht manchmal der Wunsch, große Teile einer Website zu löschen.
Das sollte keine spontane Reaktion sein.
Zunächst muss geklärt werden, welchen Zweck eine Seite erfüllt.
Ist sie für Patienten hilfreich?
Besitzt sie weiterhin fachlich korrekte Inhalte?
Überschneidet sie sich stark mit einer anderen Seite?
Kann sie sinnvoll verbessert oder mit einer anderen Seite zusammengeführt werden?
Erst wenn ein Inhalt weder einen eigenen Zweck besitzt noch sinnvoll verbessert werden kann, sollte über eine Entfernung nachgedacht werden.
Duplicate Content und Core Updates nicht verwechseln
Ähnliche Seiten innerhalb einer Arztwebsite können ein eigenständiges SEO-Problem darstellen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Rankingverlust nach einem Update durch Duplicate Content verursacht wurde.
Wenn mehrere Standortseiten nahezu identisch aufgebaut sind und lediglich der Ortsname ausgetauscht wurde, sollte diese Struktur unabhängig von einem Core Update überprüft werden.
Dasselbe gilt für Behandlungsseiten, die sich kaum voneinander unterscheiden.
Ein Google Update kann solche Schwächen möglicherweise sichtbarer machen.
Es erzeugt sie aber nicht.
Technische Fehler parallel ausschließen
Nicht jeder vermeintliche Update-Verlust ist ein Contentproblem.
Deshalb gehört zu einer sauberen Analyse auch die technische Prüfung.
Wichtige Seiten könnten beispielsweise:
versehentlich auf noindex stehen
durch eine fehlerhafte Weiterleitung betroffen sein
einen falschen Canonical Tag besitzen
intern nicht mehr erreichbar sein
nach einem Relaunch eine neue URL erhalten haben
durch Serverprobleme zeitweise nicht erreichbar gewesen sein
Wenn gleichzeitig mit einem Core Update ein technischer Fehler auftritt, können die Ursachen leicht verwechselt werden.
Deshalb sollten technische und inhaltliche Analyse getrennt durchgeführt und anschließend gemeinsam bewertet werden.
Core Web Vitals nicht als alleinige Ursache betrachten
Nach Rankingverlusten wird häufig nach einer einzelnen technischen Kennzahl gesucht.
Dann heißt es beispielsweise:
„Unser LCP ist zu langsam. Deshalb haben wir beim Core Update verloren.“
Eine solche Schlussfolgerung ist ohne weitere Analyse zu einfach.
Eine gute Seitenerfahrung ist wichtig.
Sie besteht aber nicht aus einer einzigen Zahl.
Eine medizinisch hervorragende Seite wird nicht automatisch wertlos, weil ein Messwert leicht außerhalb eines empfohlenen Bereichs liegt.
Technische Probleme sollten behoben werden.
Sie sollten aber nicht automatisch zur Erklärung für jede Rankingveränderung gemacht werden.
Google Updates und künstliche SEO-Muster
Core Updates sind kein Anlass, Texte noch stärker für Suchmaschinen zu schreiben.
Das Gegenteil ist sinnvoller.
Seiten, die offensichtlich nach einem immer gleichen Schema produziert wurden, können für Nutzer schnell austauschbar wirken.
Das betrifft beispielsweise:
identische Einleitungen
immer gleiche FAQ-Blöcke
wiederkehrende Zwischenüberschriften
automatisch erzeugte Standorttexte
unnötige Keyword-Variationen
Texte ohne eigene fachliche Einordnung
Eine Arztwebsite sollte nicht hundert Seiten besitzen, nur weil hundert Keywords gefunden wurden.
Jede Seite sollte einen nachvollziehbaren Zweck erfüllen.
KI-Inhalte nach einem Google Update
Auch bei KI-generierten Inhalten sollte nicht die Frage lauten:
„Erkennt Google, dass dieser Text mit KI erstellt wurde?“
Wichtiger ist die Qualität des Ergebnisses.
Enthält der Text korrekte Informationen?
Bietet er einen eigenständigen Nutzen?
Wurde er fachlich geprüft?
Sind Aussagen nachvollziehbar?
Ist er für die Zielgruppe geschrieben?
Oder wurden in kurzer Zeit zahlreiche austauschbare Seiten produziert, deren einziger Zweck darin besteht, Suchbegriffe abzudecken?
Gerade bei medizinischen Inhalten ist menschliche fachliche Kontrolle besonders wichtig.
Ein technisch sauber formulierter Text kann trotzdem medizinisch falsch, unvollständig oder missverständlich sein.
Wie lange dauert die Erholung nach einem Core Update?
Dafür gibt es keine feste Zeitspanne.
Verbesserungen können sich unterschiedlich schnell auswirken.
Einzelne Veränderungen können relativ früh sichtbar werden, während eine umfassendere Neubewertung einer Website wesentlich länger dauern kann.
Deshalb sollte nach einer Verbesserung nicht nach drei Tagen entschieden werden, dass die Maßnahme wirkungslos war.
Gleichzeitig muss nicht grundsätzlich bis zum nächsten großen Core Update gewartet werden.
Suchsysteme verändern und bewerten Inhalte fortlaufend.
SEO ist deshalb kein Ablauf aus:
Update → Reparatur → nächstes Update.
Sinnvoller ist eine kontinuierliche Qualitätsentwicklung.
Rankings können auch ohne angekündigtes Update steigen oder fallen
Google nimmt laufend Veränderungen an seinen Suchsystemen vor.
Nicht jede kleinere Änderung wird öffentlich angekündigt.
Deshalb können Rankings auch dann steigen oder fallen, wenn kein großes Core Update im offiziellen Verlauf erscheint.
Das verhindert eine einfache Erklärung nach dem Muster:
„Am Dienstag ist unsere Sichtbarkeit gefallen, also muss am Dienstag ein Google Update stattgefunden haben.“
SEO-Daten benötigen Kontext.
Manchmal ist die Ursache ein Update.
Manchmal ist es die Konkurrenz.
Manchmal liegt ein technischer Fehler vor.
Und manchmal hat sich schlicht das Suchverhalten verändert.
Was sollte eine Arztpraxis nach einem Core Update tun?
Ein sinnvoller Ablauf kann folgendermaßen aussehen:
1. Ruhe bewahren
Nicht aufgrund einzelner Tageswerte umfangreiche Änderungen durchführen.
2. Zeitraum prüfen
Feststellen, ob tatsächlich ein bekanntes Update stattgefunden hat.
3. Daten vergleichen
Klicks, Impressionen, Suchanfragen und wichtige Landingpages untersuchen.
4. Gewinner und Verlierer identifizieren
Nicht nur Verluste betrachten.
5. Technische Probleme ausschließen
Indexierung, Weiterleitungen, Canonicals und Erreichbarkeit kontrollieren.
6. Suchintention prüfen
Passt der Inhalt weiterhin zur Frage des Nutzers?
7. Qualität objektiv bewerten
Medizinische Richtigkeit, Verständlichkeit, Vollständigkeit und Eigenständigkeit untersuchen.
8. Vertrauen prüfen
Sind Autor, medizinische Verantwortung und Praxis transparent?
9. Nur begründete Änderungen durchführen
Keine Maßnahmen allein aufgrund von SEO-Gerüchten.
10. Entwicklung beobachten
Verbesserungen benötigen Zeit.
Dieser Ablauf verhindert Aktionismus und macht Veränderungen nachvollziehbarer.
Wo kann man offizielle Google Updates überprüfen?
Bei vermuteten Rankingveränderungen sollte nicht ausschließlich auf Social-Media-Beiträge oder Meldungen von SEO-Tools vertraut werden.
Google veröffentlicht größere Ranking-Updates selbst.
Dadurch lässt sich zumindest feststellen, ob im betreffenden Zeitraum offiziell ein Core Update, Spam Update oder eine andere größere Veränderung bestätigt wurde.
Das ist ein wichtiger Ausgangspunkt.
SEO-Tools können anschließend zusätzliche Daten liefern.
Sie sollten die offizielle Information aber nicht durch Spekulation ersetzen.
Google Updates nicht als Gegner betrachten
Der Begriff „Google Update“ klingt im SEO schnell bedrohlich.
Für Websitebetreiber entsteht dadurch manchmal das Gefühl, sich ständig gegen Google verteidigen zu müssen.
Diese Denkweise führt leicht zu kurzfristigen Maßnahmen.
Eine medizinische Website sollte stattdessen langfristig so aufgebaut werden, dass sie auch unabhängig von einzelnen Updates einen nachvollziehbaren Wert besitzt.
Hilfreiche Erkrankungsseiten.
Verständliche Behandlungsinformationen.
Qualifizierte Autoren und medizinische Prüfer.
Aktuelle Praxisinformationen.
Saubere Technik.
Klare interne Strukturen.
Gute Nutzerführung.
Solche Grundlagen sind nicht nur für Google sinnvoll.
Sie verbessern die Website vor allem für die Menschen, die medizinische Informationen suchen.
Fazit: Nach einem Google Core Update erst analysieren, dann optimieren
Google Updates und Core Updates gehören zur normalen Weiterentwicklung der Google-Suche.
Sie können dazu führen, dass sich Rankings, Impressionen und Klicks verändern.
Ein Sichtbarkeitsverlust bedeutet jedoch weder automatisch eine Abstrafung noch lässt er sich grundsätzlich mit einer einzelnen SEO-Maßnahme beheben.
Für Arztwebsites ist eine strukturierte Analyse besonders wichtig.
Welche Seiten sind betroffen?
Welche Suchanfragen haben sich verändert?
Passt die Suchintention weiterhin?
Sind die medizinischen Inhalte hilfreich, aktuell und fachlich nachvollziehbar?
Gibt es technische Probleme?
Sind Autor und medizinische Verantwortung transparent?
Erst danach sollte entschieden werden, ob eine Seite überhaupt verändert werden muss.
Ein Core Update ist kein Signal, möglichst viel zu ändern. Es ist ein Anlass, genauer hinzusehen.
